Für biologischen Pflanzenschutz in Ihrem Garten

Wie Sie ohne Gift gärtnern

Tipp
Bios ist griechisch und bedeutet Leben.
In einem Naturgarten ist das Nebeneinander von vielen Pflanzen und Tierarten gewollt, um nach dem Vorbild der Natur ein System zu schaffen, das sich zum größten Teil selbst regulieren kann. Soll dieser sogenannte Naturhaushalt im Garten funktionieren, sollte ein Gleichgewicht zwischen den einzelnen Bestandteilen bestehen.

Dazu gehört außerdem noch der Boden mit den wichtigen Nähstoffen: Wasser, Licht als Energiequelle und Luft. Besteht ein Mangel an einem dieser Faktoren, z.B. an Nährstoffen im Boden, die für ein gesundes Pflanzenwachstum wichtig sind, so ist die Folge ein geschwächtes Wachstum und damit auch eine Höhere Anfälligkeit gegenüber tierischen Schädlingen und Pilzen.

Unter biologischen Pflanzenschutz versteht man alle Maßnahmen, die zur Erhaltung bzw. Wiedergewinnung des natürlichen Gleichgewichts im Garten beitragen.

Zum einen sind es vorbeugende Maßnahmen zur Stärkung der pflanzlichen Abwehrkräfte und zum anderen bekämpfende Maßnahmen wie Spritzen von Kräuterjauchen gegen Schadinsekten.


FAZIT: Vorbeugen ist besser als bekämpfen!


Eine Bekämpfung von Schadinsekten ist nur dann sinnvoll, wenn das natürliche Gleichgewicht dabei nicht gestört wird, d.h. die natürlichen Feinde der Schädlinge und andere Tiere nicht in Ihrem Zyklus beeinträchtigt werden.


Wie Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

  1. richtige Bodenpflege, um einen lockeren, nährstoffreichen Boden zu erhalten (Gründüngung, Mulchen, Kompostgaben)
  2. Fruchtwechsel und Mischkultur im Gemüsegarten
  3. gezielte Förderung von Nützlingen (Nistplätze für Vögel pfeil rechts Pflanzung von einheimischen Gehölzen pfeil rechts auch als Nahrungslieferant vieler Vögel und Insekten
  4. ausreichendes Nährstoffangebot aber keine Überdüngung!
  5. ausreichende Wasserzufuhr in Trockenperioden
  6. Auswahl des Pflanzenstandortes nach den Licht- (sonnig-schattig), Wasser- (feucht-trocken)
    und den Bodenansprüchen (lehmig- humos) der jeweiligen Pflanze bestimmen,
    speziell gegen Pilzerkrankungen ist ein luftiger Standort wichtig
  7. Hygienemaßnahmen, wie Baumschnitt und das Aufsammeln und entsorgen von kranken Pflanzenteilen


Wie Sie ohne Pestizide Maßnahmen ergreifen:

  1. lockern und umgraben des Bodens gegen Erdflöhe und Larven einiger Bodenschädlinge
  2. nochmals Baum- und Strauchschnitt, um eine Pflanze ständig zu verjüngen
  3. Absammeln der Blätter von Raupen und anderen Schädlingen
  4. spritzen mit Kräuterjauchen:
    1kg zerkleinerte Grünmasse auf 10l Wasser etwa 2 Wochen stehen lassen, bis die Jauche
    nicht mehr schäumt, absieben und etwa 1:10 verdünnt mit Wasser ausbringen
    (gießen oder spritzen)
  5. Ackerschachtelhalm gegen Pilzkrankheiten, Kohlhernie und Spinnmilben
  6. Farnkraut gegen Blut-, Schild- und Schmierläuse
  7. Knoblauch gegen echten Mehltau
  8. Brennesseln gegen Blattläuse
  9. aufhängen von Gelbtafeln gegen Kirschfliegen und Blattläuse (ausreichend)


Es lassen sich noch weitere Maßnahmen aufführen, ich schreibe weiter, wenn ich Lust habe :-)


Bevor Sie doch gegen ein Schädlingsbekämpfungsmittel greifen, die nicht nur Schädlinge sondern auch Nützlinge im Garten vernichten, würde ich Ihnen empfehlen sich mit einem Fachmannsfrau zu unterhalten.


Für Ideen und Fragen stehen die Landschaftsgärtner des Gartenbauteams gerne zur Verfügung.
Tel.: 05734 / 6594
Fax: 05734 / 6796
E-mail: dietrich[at]krumme-naturgaerten.de

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