Ein Beitrag zum Ökosystem

Unversiegelte Beläge - eine stilvolle Alternative

In einem anderen Bericht setzt sich der Autor von „Kreislauf Natur“ mit den Gründen für Hochwasserkatastrophen auseinander. Als Teilursache ist die zunehmende Zahl versiegelter Flächen anzusehen, die dem Wasser keine Möglichkeit abzufließen lassen.

„Es braucht doch nicht immer Betonsteinpflaster zu sein“, ist inzwischen auch die Meinung sämtlicher Kommunen, die in letzter Zeit mit Hochwasserproblemen zu kämpfen hatten.


Welche Methoden und Möglichkeiten gibt es?

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Kiesbeläge, wie sie auch aus Biergärten bekannt sind, gibt es in den verschiedensten Materialien und in allen möglichen Farben. Wasser kann viel leichter durch den Untergrund versickern. Gestalterisch können die Einfassungen aus einem schönen Naturstein wie Granit, Basalt oder Sandstein gemacht werden. Oder der Gartenfreund gestaltet ein pfiffiges Muster zur Auflockerung der Fläche. Kiesflächen bieten den Vorteil, das man sie gegebenfalls an den Rändern mit Trockenstandortstauden bepflanzen kann, die sogar noch einmal im Jahr blühen. Hervorragend geeignet sind dazu spezielle Gewürzkräuter.

Krumme-Naturgärten schätzt vor allem Steinmehlbeläge. In der Region Ostwestfalen und Hannover bietet sich ein Steinmehl aus einem Steinbruch des Wiehengebirges geradezu an. Dieses Steinmehl wird auf den Schotterunterbau verteilt und nass gerüttelt. Die Fläche härtet so stark aus, dass sie sogar befahrbar ist.

Eine weitere Möglichkeit ist Natursteinpflaster. Da es uneben ist, kommen sehr große Fugen zustande. Hierbei gilt es natürlich, nicht mit Mörtel oder Kunstharz zu verfugen, sonst wäre die Fläche automatisch versiegelt. Bei Natursteinbelägen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ob Kreise oder Rauten, ob Bänder oder Wellenmuster, ob diagonal oder wild verlegt, da hat so ziemlich alles seine optischen Reize. Granit-, Basalt-, oder Sandsteinpflaster sind in Deutschland heimisch und haben keine großen Transportwege. Sehr reizvoll ist die Bollensteinpflasterung aus Flusskiesel, wie auf dem Foto zu sehen. Sie eignen sich ebenfalls für alle Hofeinfahrten und Eingangsbereiche.

Weg mit Masaiksteinen

Ein Weg aus Natursteinplatten - ausgefüllt mit Mosaiksteinen

Fugenpflaster ist gegenwärtig „angesagt“. Von vielen Betonsteinwerken gibt es inzwischen für jeden Geschmack das Passende. Der Hausbesitzer entscheidet sich entweder für eine Split- oder Rasenfuge. Bei Rasenfugen sehen große Flächen nicht so trist aus. Besonders geeignet ist diese Methode für PKW- Stellflächen oder Hofeinfahrten, wo auf Sauberkeit mehr geachtet werden muss. Man hat eine feste Fahr- und Gehfläche und das Wasser kann trotzdem in den Fugen versickern.

Wer sich vom herkömmlichen Betonsteinpflaster nicht trennen kann, für den gibt es auch noch eine versickernde Variante. Seit einiger Zeit ist das Porenpflaster auf dem Markt. Porenpflaster sieht aus wie herkömmliches Betonsteinpflaster und wird genauso verlegt. Der Stein ist in sich porös und lässt ein gewisses Durchdringen von Wasser zu. Bei dieser Methode gibt es noch keine Langzeiterfahrung: Ob das Wasser auch noch Jahre später durch die Poren dringt, kann noch nicht festgestellt werden.


Wie sauber sind unversiegelte Flächen?

Bei Kies- und Steinmehlbelägen raten die Landschaftsgärtner zu einer Schmutzschleuse vor der Eingangs- oder Terrassentür: entweder einen festen Belag vor dem Eingang oder eine ganz normale Abtrittroste direkt vor der Tür. Dann ist auch diese Variante eine „saubere Sache“.

Granit- und Basaltpflaster

Granit- oder Basaltpflaster sind in Deutschland heimisch und lassen sich wie hier sogar mischen


Wie groß ist der Pflegeaufwand und wie sieht es nach Jahren aus?

„Der Pflegeaufwand ist eine reine Charaktersache“, behauptet Dietrich Krumme. Wer es lieber ein bisschen zugerankt liebt, für den sind Kiesbeläge genau das Richtige. Im Trittbereich findet sich weniger Kraut, außenherum wächst ein bisschen mehr. Aus dem Grunde empfiehlt Krumme die Ränder mit blühenden Trockenstandortstauden zu bestücken. Wer das nicht leiden mag, der nimmt sich einen Gasbrenner und flammt das Kraut einfach ab. Fugenpflaster muß ab und zu einmal mit dem Rasenmäher gemäht werden, aber längst nicht so häufig wie der Rasen. Kiesmaterialien müssen nach ca. 2-5 Jahren, je nach Verwendung, nachgestreut werden.

Granit- und Basaltpflaster

Steinmehlbeläge als unversiegelter Kiesbelag - hier zur Terassenerweiterung

Preislich liegen die Kiesbeläge deutlich unter den regulären Pflasterpreisen, jedoch ist der Pflegeaufwand im Laufe der Jahre etwas größer. Natursteinmaterialien liegen preislich einiges über den normalen Betonsteinpflasterungen, haben jedoch den Vorteil, dass sie nicht nach Jahren, wie Betonsteinpflaster, unansehnlich werden, sie nehmen eher an Charakter zu. Fugenpflaster liegt so ziemlich gleich mit herkömmlichem Pflaster. Wenn man von den wenigen Mähdurchgängen im Jahr absieht (die den meisten Männern doch richtig Spaß machen), hat man hier eine in Preis, Pflege, Aufwand und Sauberkeit - echte Alternative zu konventionelle Pflege - vom ökologischen Gesichtspunkt einmal ganz zu schweigen.


Bei Pflaster- und Natursteinmaterialien wird empfohlen:

Schreiber-Baustoffe an der Hämelstraße/Ecke Stemmer Landstraße in Minden, Tel.0571/44720, für Schottermaterialien und lose Schüttgüter wird empfohlen Brinkmann Transporte in Hille-Oberlübbe, Tel: 05734/2160.


Für Ideen und Fragen stehen die Landschaftsgärtner des Gartenbauteams gerne zur Verfügung.
Tel.: 05734 / 6594
Fax: 05734 / 6796
E-mail: dietrich[at]krumme-naturgaerten.de

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