Achtung

Ein Kommentar von Dietrich Krumme über
das lebenswichtige Element Wasser

Wasser - Extreme erfordern Umdenken

Immer häufiger werden wir mit dem Thema Wasser konfrontiert. Im letzten Jahr bedrohten Überflutungen der Flüsse die Bevölkerung Mittel- und Osteuropas. Doch auch in unserer heimischen Region stellten Niederschlagsmengen von über 1000 Litern im Jahr 2002 einen noch nie aufgezeichneten Rekord dar. Hochwasser, Pilzkrankheiten an Pflanzen, Verunreinigung des Trinkwassers, all dies sind extreme Veränderungen der letzten Jahre.

Dieses Jahr zeigt wiederum das Gegenteil, fehlende Niederschläge und anhaltende Trockenheit rufen Dürre und Trinkwassermangel hervor, wie sie sonst nur aus südlichen Ländern bekannt sind. Gerade Neuanpflanzungen, die nicht gewässert wurden, sind gnadenlos vertrocknet. Wasser, eines der wertvollsten Elemente der Natur, kann somit auf der einen Seite riesige Schäden verursachen, zum anderen aber auch sehr knapp werden.

brildgross

Schwimmteiche sorgen für eine angenehme Abkühlung an heißen Sommertagen.

Über unsere Trinkwasserqualität streiten sich die Experten schon seit Jahren. Seit neuestem berichten die Medien darüber, dass Leitungswasser gesünder als Mineralwasser sein soll. Dies ist übrigens auch ein Thema des Vortrags von Wendelin Niederberger am 26. September!


Ein weiteres Problem liegt darin, dass unser natürliches Umfeld so weit kanalisiert ist, dass Wasser innerhalb eines kurzen Zeitraums in begradigten Bächen und Flüssen landet. Wer setzt sich schon mit der Abwassersituation auseinander? Vor einigen Jahrzehnten gab es keine Flurbereinigung, keine trocken gelegten Moore und auch kein Kanalnetz für Oberflächenwasser. Versiegelte Beläge nehmen immer noch rasant zu. Andere Möglichkeiten werden inzwischen zuhauf angeboten, nur sollten wir sie auch umsetzen. Die Kassen der Kommunen sind so leer, dass der Umbau zwar vorgeschlagen, aber nicht bezahlt werden kann. Umdenken - das ist in der nächsten Zeit von uns Verbrauchern gefragt. Laut Aussagen von Forschern ändert sich die Umweltsituation in den nächsten Jahren sehr stark.


Was können wir denn jetzt tun?

Meiner Meinung nach sind das Hochwasser und die Trockenheit die größten Probleme, die in den nächsten Jahren auf Hausbesitzer zukommen. Bauherren von Neubauten haben es leichter, die Umgebung so zu gestalten, dass Wasser abfließen kann, ohne auf das öffentliche Netz angewiesen zu sein, da es bei großen Mengen völlig überlastet ist.

Hier ein paar Vorschläge, die der Verbraucher und Gartenfreund auf seinem Grundstück umsetzen kann, ohne das öffentliche Wassernetz zu belasten: An erster Stelle stehen wohl die unversiegelten Belagflächen, deren Ziel es ist, das Wasser nah am Entstehungsort versickern zu lassen. Zu deren Möglichkeiten finden sich nähere Angaben in dem Artikel Unversiegelte Beläge (link am Ende des Artiels).

Eine weitere Möglichkeit bieten Muldenversickerungen oder Rigolen (mit Kies aufgefüllte Versickerungen rund 50 cm unter der Oberfläche). Wer das komplette Oberflächenwasser versickern lassen möchte, kann mit einer Schachtversickerung arbeiten, die beispielsweise vor eine Frischwasserzisterne geschaltet werden kann. Frischwasserzisternen werden häufig für die Toilettenspülung oder zur Gartenbewässerung genutzt, was in Sommern wie diesem sehr nützlich sein kann.

Besonders schön fürs Auge ist es, wenn diese Versickerungsanlagen mit der gärtnerischen Gestaltung verbunden werden. Dazu bieten sich zum Beipiel Teichanlagen und Wasserläufe an. Meine Meinung ist: Wenn jeder Hausbesitzer nur eine dieser wasserversickernden Methoden auf seinem Grundstück verwirklichen würde, dann hätten wir in unserem Gesamtwassernetz bestimmt schon einiges erreicht.


Lesenswert: Ergänzung zu den Möglichkeiten unversiegelter Belagflächen: Unversiegelte Beläge.


Für Ideen und Fragen stehen die Landschaftsgärtner des Gartenbauteams gerne zur Verfügung.
Tel.: 05734 / 6594
Fax: 05734 / 6796
E-mail: dietrich[at]krumme-naturgaerten.de

Webdesign: LightWerk, Hille