Der Kommentar:

Lebensträume, Lebenssäume, Lebensbäume...

Ein etwas brisanter Kommentar von Dietrich Krumme zum Thema Cypressenhecken und sonstigen Liebhaberstücken. Nur wer das Leben und den Autor nicht allzu ernst nimmt, sollte diesen Artikel wirklich lesen!

„Von der Fichtenkultur zur Cypressenhecke“, so könnte man die Gartenentwicklung der letzten Jahre bezeichnen.Wer kennt sie nicht, die prachtvollen Exemplare von Blaucypressen, Lebensbäumen und Wachholderbüschen.

Man sollte glauben, dass Gartenbesitzer endlich zur Vernunft gekommen sind. Da segnen aus den 70iger Jahren endlich die letzten Blautannen und serbischen Fichten das Zeitliche und siehe da, es entsteht gleich die nächste Epidemie von Koniferenhecken hinterher.

Zypressenhecke

So sehen sie meist nach Jahren aus, die einst so wunderschön gepflanzten Blaucypressen ...

Wie viele junge Leute sind mit ihren Eltern am schimpfen, endlich die Tannen zu fällen. Doch auf einmal entsteht an derselben Stelle eine herrlich geformte Zypressenhecke.


Menschen ziehen aus der Stadt auf das Land, um sich ihren Lebenstraum von den eigenen vier Wänden und dem Garten zu verwirklichen. Doch schon manch ein Baustil lässt auf riesengroßen Geländen an die Wohnstätte eines Vierbeiners erinnern. Wenn es nach mühevollem Häusle Bauen endlich an die Außenanlage geht, bleibt meist eine autobahnähnliche Hofeinfahrt mit grauem Betonsteinpflaster, ein sattgrüner Rasen und eine stattliche Zypressen- oder Lebensbaumhecke als Abgrenzung zu dem näher gelegenen Nachbarn übrig. Die üblichen Kriterien sind: „Dicht soll es sein, schnell wachsen soll es, kostengünstig muss es sein und pflegeleicht!“ Ist das etwa der langjährige Traum von einem romantischem Garten auf dem Lande zum wohl fühlen ? Schon das Wort Lebens-Baum ist schon ein Widerspruch. Schauen wir, wo diese Exemplare in unserer Kultur normalerweise stehen, dort ist meist kein Leben mehr. Das gilt auch für die Gärten, würde man das als Leben bezeichnen?


Für mich sind das angelegte Monokulturen, die sich selbst nicht mehr regenerieren können. Den Blautannen haben die Läuse das Genick gebrochen. Die serbischen Fichten vertragen unsere guten Böden und den Wind nicht und jetzt ist auch den Zypressen der Kampf angesagt: Phytophtera heißt das Zauberwort, ein Bodenpilz, der sich rasch vermehrt und in ein paar Jahren den Zypressen das Ende ankündigt. Überall wo dieser Pilz eine Zypresse angegriffen hat, wächst in der nächsten Zeit keine mehr von diesen herrlichen Pflanzen.

Der Natur-Kreislauf ist durch unsere Monokulturen stark angegriffen. In der Landwirtschaft sehen wir diese Bilder täglich, überall wo Massen produziert werden, sei es im Stall oder auf dem Feld, verbreiten sich Krankheiten und Seuchen blitzartig.


Ach übrigens, ich kann es zwar nicht beweisen, aber ein weiser Mann aus der Feng Shui-Lehre hat einmal behauptet, wer Zypressenhecken pflanzt, kann sexuelle Probleme haben - das stelle man sich mal vor..., der Garten soll ja ein Charakterzug eines jeden Menschen deuten.


Ich wünsche mir für unseren Naturkreislauf einfach weniger Monokulturen, für unsere Gärten ein bisschen mehr Leben und für einige Gartenbesitzer ein bisschen mehr Toleranz, so dass uns und unseren Nachkommen der Kreislauf dieser Natur noch ein wenig erhalten bleibt.


Für Ideen und Fragen stehen die Landschaftsgärtner des Gartenbauteams gerne zur Verfügung.
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Fax: 05734 / 6796
E-mail: dietrich[at]krumme-naturgaerten.de

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